Namaste kya hal chal?– Frei übersetzt bedeutet das so ungefähr: Hallo wie gehts? Schon bei meiner Ankunft brachte mir meine Austauschschülerin Hindi bei. Als ich die Mutter so begrüßte, hat sich sehr gefreut.
Wie zählt man auf Hindi, Deutsch und Englisch?
Die nächsten Tage brachten sie mir immer mehr Hindi bei, sodass ich jetzt schon ein paar Wörter kenne. Auch sie fragen mich immer wieder nach deutschen Worten.
Heute waren wir zusammen mit unseren Austauschschülern in Agra, wo das Taj Mahal und das Agra Fort zu finden sind. Zuerst waren wir beim Taj Mahal, der kleiner ist, als er auf den Bildern im Internet zu sehen ist, doch von außen trotzdem riesig erscheint.
Er enthält einige optische Täuschungen, sodass man z. B. nicht auf Anhieb erkennen kann, wie viele Ecken die Säulen haben. Drinnen durfte man keine Bilder machen. Das Gebäude ist sehr erstaunlich, und man merkt, dass es mit viel Mühe und Präzision gebaut wurde. Es war sehr schön, es einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben.
Agra Fort
Danach waren wir noch am Agra Fort, wo wir wiederum durch eine Tour mehr über die Palastanlage erfahren durften. Insgesamt war es auch schön, das Fort gesehen zu haben, und der Ausblick vom Fort auf das Taj Mahal war nahezu unbeschreiblich.
Die Außenmauern von Agra Fort
Der einzige Nachteil war, dass uns beim Aussteigen aus dem Bus sofort viele bettelnde Kinder umringten, als wir zum Eingang gehen wollten. Sie wollten unbedingt Sachen von uns (u. a. volle oder leere Wasserflaschen, …) und vor allem unsere Aufmerksamkeit.
Delhi ist eine Grüne Stadt. Bäume säumen jede Straße, Sträucher und Blumen verzieren die vielen Grünflächen, die zwischen den Wohnsiedlungen liegen. Auch gibt es eine große Anzahl an Parks. Und dennoch: Der ständige Staub der Stadt lässt die Pflanzen grau wirken; die Hitze, die im Sommer ca. 50 °C beträgt lässt zusätzlich nur die großen Sträucher und Bäume überleben.
Knapp außerhalb der Stadt gibt es jedoch ein privat betriebenes Biodiversitätsprojekt, das wir heute besuchen durften. Gesammeltes Regenwasser wird dort fein vernebelt über eine Vielzahl von Pflanzen versprüht, Tröpfchenbewässerung sorgt für weitere Feuchtigkeit. Schmetterlinge tummeln sich dort ebenso, wie zahlreiche Käfer und Raupen.
Komposthaufen und Kompostieranlagen findet man rund um Straubing zu Genüge. In der Metropolregion Delhi mit seinen geschätzten 35 Millionen Einwohnern sind solche Einrichtungen eher selten. Umso bemerkenswerter ist es, dass unsere Partnerschule gleich zwei kleine Kompostiereinrichtungen betreibt.
In Kisten werden die zerkleinerten Abfälle gesammelt
Voller Stolz wurde heute den Turmair-Schülern im Rahmen einer Schulführung beide Anlagen vorgeführt. Bei der ersten werden Abfälle gehäckselt, in Kisten gelagert und über 21 Tage feucht gehalten. Die zweite ist ein klassischer Komposthaufen, auf dem die Grünabfälle der Gärtner ein Jahr lang verrotten können.
Bei der Gartenarbeit
Die gewonnene Erde wird entweder bei den schuleigenen Pflanzungen verwendet, oder auf die angrenzenden Nachbargrundstücke verteilt. Ein kleines Projekt für einen nachhaltigen Umweltschutz, aber eine großartige etablierte Einrichtung. Auch am Turmair gibt es seit kurzem einen eigenen Komposthaufen. Die meisten Grüngut-Abfälle werden jedoch von der Stadtgärtnerei nachhaltig entsorgt.
In Indien wird gerne, gut und viel gegessen. Snack, Frühstück, Pause, Mittagessen, Nachmittatstee, kleines Abendessen, Abendessen, ….. Die genaue Anzahl der Mahlzeiten bleibt uns Turmair-Schülern und -Lehrern auch nach fast zehn Austauschjahren immer noch verborgen.
Vor dem praktischen Teil wird erst Theorie gebüffelt
Doch bei jeder Mahlzeit bleibt etwas übrig. In einem zum Projekt “Sustaining Futures” eingerichteten Workshop zum Thema “Food Waste” lernten unsere JTGler, wie man diesem Problem begegnen kann.
Neben einem Theorieteil über die Ursachen der Überproduktion oder der falschen Einkaufsgewohnheiten gab es auch einen praktischen Teil, in dem die Straubinger Schüler ihre Kochkünste unter Beweis stellen konnten.
Ein indischer Kochkurs mit übrig gebliebenem Gemüse
Die folgenden Bilder sprechen für sich. Auch aus Resten wie übrig gebliebener Reis, Gemüse oder überzähligen Rotis kann man Köstlichkeiten zaubern.
Klimarekorde, Feinstaubbelastung, Hitzetote, Bodenerosion! Schlagzeilen, die auch in indischen Zeitungen stehen. In den letzten Jahren sind die Durchschnittstemperaturen in Delhi und Noida stetig gestiegen und auch die Feinstaubbelastung blieb trotz großer Bemühungen auf einem anhaltend hohen Niveau.
Noida begegnet diesen Problemen unter anderem mit einer Begrünungsoffensive. Auf vielen freien Flächen werden Bäume gepflanzt, und große Blumentöpfe mit Pflanzen säumen die vielen Straßen. Passend zu unserem Projekt „Sustaining Futures“ beteiligten wir uns sofort an diesem Projekt und pflanzten gemeinsam mit den Partnerschülern der Lotus Valley International School einige Bäume und Sträucher in einem der Schule benachbarten Grundstück. Unterstützt wurden wir dabei von den Gärtnern der Schule.
Es bleibt abzuwarten, wie nachhaltig sich diese Pflanzaktion in den nächsten Jahren entwickelt. Vielleicht entsteht hier ja ein kleiner, schattenspendender Bereich, der Tieren und Einheimischen und zukünftigen Turmair-Austauschschülern ein wenig Erholung bietet.
Indien ist voller Köstlichkeiten. Verschiedene Linsen- und Reisgerichte, Curries mit oder ohne Fleisch und natürlich unzählige Süßigkeiten. Doch nicht alles kommt bei unseren Austauschschülern immer gut an. Dies stellten wir beim Potluck-Dinner fest, als eine Diskussion um die folgende nordindische Speziaität entbrannte.
Dhokla – Ein Gericht aus Gujarat
Dhokla ist ein traditionelles Gericht aus Reis und Kichererbsen, die gemahlen leicht fermentiert und dann gedämpft werden. Durch die Fermentation entsteht ein säuerlicher Geschmack, durch das Dämpfen die luftige, schwammartige Textur des Teigkuchens.
In Würfel geschnitten kann Dhokla kalt oder warm, meist jedoch mit einem Dip gegessen werden.
Unsere Turmair-Schüler waren vom Geschmack nicht sehr angetan, zeigten jedoch den Mut, Dhokla wenigstens zu probieren.