„Please, you have to come to my home tomorrow to have dinner with my family!“
Mit so einem harmlosen Satz beginnt es: Man ist plötzlich bei einer indischen Familie eingeladen. Und damit beginnt ein lange gepflegtes Ritual, das schon damit anfängt, dass man oft gar nicht direkt zu seinem Gastgeber fahren kann, weil er in einer sogenannten „gated community“ lebt.
Daher fährt man gegen 19:00 Uhr zu einem der bewachten Tore, durch die man die jeweiligen umzäunten Siedlungen betritt. Eine solche Siedlung besteht entweder aus mehreren Hochhäusern oder ist tatsächlich eine aus mehreren Querstraßen bestehende, dorfähnliche Anlage. Am Tor wird man dann von einem Wachmann aufgehalten, der wissen möchte, wohin man will, ungebetene Besucher abweist, aber Gästen bereitwillig den oft verwinkelten Weg zu der gesuchten Wohnung beschreibt. Das Auto stellt man gewöhnlich außerhalb der Anlage am Straßenrand ab.
An der Wohnung angekommen, übergibt man dem Gastgeber – ähnlich wie in Deutschland – ein kleines Geschenk. Meist ein Stück gekauftes Gebäck (ein ganzer Kuchen für ca. 500 Rupien), kunstvoll verpackte Süßigkeiten oder Nussmischungen. Nachdem der Gastgeber einem versichert hat, dass dies ja gar nicht notwendig sei, sich ein wenig ziert und das Geschenk schließlich dankend annimmt, wird man in den Drawing Room geführt.
Der Drawing Room (vom englischen to withdraw, sich zurückziehen) besteht meist aus einer Sitzgruppe, die sich gleich im Eingangsbereich neben der Haustüre befindet. In Deutschland würde man hier die Garderobe vermuten; in Indien steht hier zumindest eine kleine Bank. Meist finden jedoch ein Sofa, Stühle und niedrige Tische ihren Platz.
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