Wohin damit?

Gesegnete Gegenstände gibt es in Indien zuhauf: Eine Blumengirlande, die man als Prasad vom letzten Tempelbesuch mitgenommen hat. Ein Murti, dass während Diwali zu Ehren Lakshmans, Sitas und Rams aufgestellt wurde. Eine Darstellung Ganeshas, dass einem Nana für die Prüfung geschenkt hat.

Doch was macht man damit, nachdem die Gegenstände ihren Zweck erfüllt haben oder kaputt gegangen sind?

Götter unter dem Baum
Götter unter dem Baum

Scheinbar gibt es nur zwei Möglichkeiten: Behalten, egal wie unansehnlich der Prashad auch wird, oder wegwerfen. Doch dies kommt aufgrund der Segnung für viele Inder niemals infrage.

Auf heilige Weise entsorgt.
Auf heilige Weise entsorgt.

Für den pragmatischen gläubigen Inder gibt es daher noch eine dritte Option. Die Murtis, Bilder oder Opfergaben werden beim nächsten Peepal Tree abgelegt.

Der Bau an sich ist heilig und demzufolge ist eine Entsorgung an so einem Ort ebenfalls eine heilige Tat, auch wenn man den Ort nie wieder aufsucht.

Der Baum an sich gleicht mit seinen vielen Figuren und Bildern schließlich einem etwas ramponierten Altar für die ganze Götterschaf Indiens.

Für mich sind solche Orte begehrte Fotoeffekte. Die Stadtreinigung denkt sicher ganz anders darüber.

Ein ganz besonderer Wächter
Ein ganz besonderer Wächter – Die Göttin Saraswati

Manchmal kann es aber auch einen anderen Grund geben, Heiligenbilder einfach “auszusetzen”. Kein gläubiger Inder wagt es nämlich wild gegen eine Wand zu urinieren, wenn Krishna oder Shiva zuschauen. Es ist schon bemerkenswert, für was die Religion alles herhalten muss.

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