Die Sportarten Indiens – Ein Lufthansa Artikel

 

Kho kho
Indische Schüler während des Sportunterrichts

In unserem diesjährigen Austausch beschäftigen wir uns ja mit der Sportkultur Deutschlands und Indiens. Bei unseren gegenseitigen Besuchen haben wir viele Sportstätten besucht, unterschiedlichste Sportarten ausprobiert und einiges an Gemeinsamkeiten und Gegensätzen zum jeweils anderen Land festgestellt.

Und es ging anscheinend nicht nur uns so: Wie befremdlich eine indische Sportveranstaltung in Punjab für einen Europäer wirken kann beschreibt auch die Lufthansa Magazin Autorin Sara Mously in ihrem Artikel „Vier Tage Ruhm“.

Auch wenn der Artikel schon ein wenig älter ist und das Sportfest sich nicht in „unserer“ Region (Delhi/Noida) abspielt, so zeigt er doch wie vielfältig die Sportkultur Indiens ist. Auch der Kreativität sind in diesem Land keine Grenzen gesetzt, wie man am extra gebauten Stadium oder an den manchmal speziell anmutenden Sportarten erkennen kann. Einfach Indien, wie wir es lieben.

Tag 6 – Hölzer, Eisen und viele, viele Löcher

Golf boomt in Indien. Und während der Platz in den Innenstädten rar ist, schießen an den Randlagen der Großstädte die Golfplätze nur so aus dem Boden. Natürlich gleich verknüpft mit Spa, Villenviertel und eigener Security. Wir Austauschteilnehmer haben uns eine Schnupperstunde im Jaypee Greens Golf Resort gebucht.

Doch anstatt fröhlich Bälle in die Weite zu schlagen mühen wir uns zunächst mit Dehnübungen, Hampelmännern und Gleichgewichtsübungen ab. Immerhin wollen wir keine Verletzung riskieren.

Uns fliegen die Bälle um die Ohren – Die Driving Range

Danach geht’s an die Driving Range um unseren Abschlag zu trainieren: Füße näher zusammen, Knie leicht Beugen und beherzt zuschlagen. Während der Ball einige Zentimeter weiterrollt fliegt die darunterliegende Grasnarbe im Hohen Bogen auf die Wiese. So weit so gut! Schlag um Schlag verbessere ich unter dem gestrengen Auge des Golflehrers meinen Abschlag und schon bald hört man mich und die Austausch-Schüler ihre geschlagenen Weiten um die Wette rufen: 140, 190, 25!

Golf-Yoga: Der Baum

Ein ruhiges Händchen ist gefragt – Das Putting Green

Auch beim Putten machen einige unserer Turmair-Schüler eine gute Figur. Ball um Ball rollt ins Loch und schon bald wird ein Spaß daraus, die weiter entfernten Löcher der anderen Gruppen anzupeilen und deren Spiel zu stören. Der Aufsichtführende Golflehrer hat alle Hände voll zu tun um Ruhe ins Spiel zu bringen und ist froh, als er uns in die Snackecke entlassen kann.

Rasen und Palmen im Kontrast zur Stadtatmosphäre

Das zum Golfplatz zugehörige Areal ist riesig. In Golfcarts werden wir von Bediensteten auf eine kleine Tour genommen und können es gar nicht glauben. Saftig grüner Rasen, Palmen und Teiche begrüßen uns. Vom dichten Verkehr, dem Müll und dem Gedränge hinter den Mauern ist hier nichts zu spüren. Wieder einmal zeigt sich, dass Indien ein Land voller Kontraste ist. 

Golf, eine Sportart, die man normalerweise nicht sofort mit Indien in Verbindung bringt. Aber das internationale Publikum hat diesen Sport auch hier populär gemacht und durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen wächst auch der Nachwuchs für die Golfclubs heran. Es wird interessant werden zu sehen, ob sich dieser Sport gegen Cricket, Hockey und Co durchsetzen kann. Uns hat der Tagesausflug auf alle Fälle Spaß gemacht.

 

Tag 7 – Cricketanleitung für Cricket-Nichtkönner

Am Donnerstag hatten wir Schüler vom Johannes-Turmair-Gymnasium unser Cricketmatch, es war unser erstes richtiges Cricketmatch und so spielten wir es auch.
Aber nach einer genauen Einweisung der Sportlehrerin spielten diejenigen die Interesse hatten in gemischten Teams mit den indischen Schülern. Es war für alle deutschen Austauschschüler eine neue aber spaßige Erfahrung und manch einer konnte auch ein paar erfolgreiche Aktionen erzielen.

Für alle Cricket-Nichtkönner:
Valentin als Wicketkeeper
Der Autor des Artikels verteidigt sein „wicket“

Beim Cricket stehen zwei „wickets“ 22 yards von einander entfernt (Wicket: Drei Holzstäbe die im Boden stecken) und vor denen jeweils ein sogenannter Wicketkeeper steht mit einem Baseballschläger ähnlichem Schläger der dieses zu beschützen hat.
Auf einer Seite steht der „bowler“ vom gegnerischen Team, der versucht mit einem Ball das gegenüberliegende Wicket abzuwerfen, wenn ihm das gelingt ist der gegenüber stehende Wicketkeeper out, falls dieser jedoch den Ball wegschlägt muss er und der gegenüberstehende Wicketkeeper hinundher rennen und für jeden run bekommen sie einen Punkt. Den weggeschlagenen Ball muss das Team zu welchem auch der bowler gehört direkt fangen um den Wicketkeeper out zu machen oder zum Wicket werfen um das hinundher rennen zu unterbieten. Immer wenn jmd. out gemacht wird muss ein anderer aus dem Team nachrücken.

Geschrieben von Valentin Gölzhäuser

Tag 13 – Alles Glück dieser Erde …

Heute durfte ich nach 13 Tagen endlich wieder reiten. Im schuleigenen Stall angekommen war ich sehr froh zu wissen, wieder im Sattel sitzen zu dürfen. Gleich wurde das braune Pferd namens Zipsi gesattelt und aufgezäumt. Und los gings!
Es war ein schönes Gefühl mit ihm zu reiten. Zum Schluss gab es noch einen Apfel zur Belohnung und ein paar Streicheleinheiten und dann ging es wieder zurück in die Schule. Danke für diese Möglichkeit, denn welcher Reiter kann sagen, dass er schon einmal in Indien geritten ist?! Trotzdem vermisse ich mein eigenes Pferd von Zuhause.

Geschrieben von Johanna Albrecht

Tag 7 – „Wirft der Bowler 6 mal, gibt es ein Over“, so einfach ist Cricket

Cricket ist in Indien keine Sportart. Es ist eine Religion, der Millionen anhängen. Die Spieler werden verehrt und bei wichtigen Spielen ist es endlich mal möglich, auch in Indien auf der Straße spazieren zu gehen. 

Natürlich haben sich die Johannes-Turmair-Schüler der Aufgabe gestellt und ein Cricketspiel zusammen mit den Austauschschülern ausgetragen.

Tag 8 – Kajakfahren mitten in Delhi

Radhika mit Paddel
Radhika Babbar – unsere Indische Betreuerin (nicht nur während dieses Ausflugs)

Der Schulbus der Lotus Valley International School schlängelt sich wieder mal durch den dichten Verkehr in Richtung Delhi. Dort im Indra Gandhi Stadion sollen einige Schüler passend zu unserem Sport-Motto in die Kajaks steigen.
Das Stadion mit seinen Außenanlagen wurde 1082 erbaut und 2010 für die Commonwealth Games renoviert und beherbergt auf seinem Gelände auch einen kleinen See an dem schon einige Schüler des hiesigen Kanu-Clubs warten. Nach einer kleinen Vorführung, wagen sich die ersten Turmair-Schüler ins Boot.

Pöschl im Kajak
Ein Deutscher Lehrer auf indischem Gewässer

Als Lehrer möchte man natürlich mit gutem Vorbild vorangehen und so besteige ich wagemutig das erste Wasserpolo-Kajak. Doch die kleinen Wassergefährte erweisen sich als schwieriger zu manövrieren als die mir ansonsten bekannten Wildwasserkajaks. Der abgeflachte Bug taucht stets tief ins Wasser ein, jede Körperbewegung wird von heftigem Schwanken begleitet. Natürlich lande ich bald kopfüber im Wasser und auch die meisten, der mir nachfolgenden Schüler müssen sich heute noch umziehen, um ihre plötzlich allzu nasse Kleidung loszuwerden.

Austausschüler im Kajak
Auch die Turmair Schüler wagten sich in die Fluten

Glücklicherweise waren wir vorgewarnt und haben vom Handtuch bis zur Badehose alles mitgebracht.

Am Ende der nassen Veranstaltung machten wir natürlich noch das obligatorische Gruppenfoto. Denn in Indien gilt nach wie vor: Wenn es keine Bilder davon gibt, so hat es nicht stattgefunden.