Videonachrichten aus Indien

Es ist nur noch eine knappe Woche, bis uns die indischen Austauschschüler aus Noida in Straubing besuchen werden. Nur noch eine knappe Woche, bis die letzten Vorbereitungen abgeschlossen sind und die 10 Gastschüler tatsächlich in Deutschland eintreffen.

Von indischer Seite haben wir heute zwei Videos erhalten, die uns einen kurzen Einblick in die Vorbereitungen auf indischer Seite geben.

Das erste Video zeigt die Austauschschüler bei ihren letzten Proben zu dem Tanz, den sie uns hoffentlich am  Potluck-Dinner präsentieren werden.

Die indischen Schüler bei ihren letzten Tanzvorbereitungen.

Das zweite Video ist eine direkte Nachricht einer indischen Austausch-Mutter an eine unserer Turmair-Schülerinnen. Den englischsprachigen Beitrag finden sie hier.

Ein Chatprotokoll offenbart die Gründe für die Teilnahme am Austausch

Vor ein paar Tagen fand der erste vorsichtige Kontakt zwischen den diesjährigen deutschen und indischen Austauschpartnern statt. Was früher vielleicht noch per Brief von statten ging, findet heute ausschließlich über Instagram, WhatsApp-Chat und Co. statt.

Der folgende Ausschnitt aus einem solchen WhatsApp-Chat demonstriert, welche Erwartungen dabei die indischen Austauschschüler an ihren Deutschlandaufenthalt haben:

Chatverlauf
Chatverlauf zwischen den Austauschschülern

Die Robert Bosch Stiftung blickt zurück

Logo RBS
Die Robert Bosch Stiftung hat mehrere unserer Austausche unterstützt

Die Robert-Bosch-Stiftung hat mehrere unserer bisherigen Austausche im Rahmen ihres „Deutsch-Indischen Klassenzimmers“ begleitet und gefördert. Als Nachschau auf diese erfolgreiche Projektearbeit veröffentlichte die Stiftung eine Publikation, in der sie nicht nur Empfehlungen für einen Austausch mit Indien gibt, sondern auch auf die Erfahrungen mit zahlreichen Austauschprogrammen zurückblickt.

Jeder Schule, die über einen projektbezogenen Austausch mit einer indischen Partnerschule nachdenkt, sei diese umfangreiche Broschüre mit zahlreichen Erfahrungsberichten und Anregungen daher wärmstens ans Herz gelegt.

Unter anderem durfte auch das Johannes-Turmair-Gymnasium für diese großartige Publikation Pate stehen:

  • Auf Seite 30 gibt unser ehemaliger Direktor Christian Metken ein Interview, in dem er erklärt, welche Besonderheiten bei einem projektbezogenen Austausch mit einer Partnerschule in Indien zu beachten sind und wie sich die Projektarbeit in den Schulalltag integrieren lässt.
  • Auf Seite 65 berichtet der mehrfache Projektleiter Wolfgang Pöschl, wie in Zusammenarbeit mit der Partnerschule das Projektthema „God came down to earth“ entstanden ist.
  • Auf Seite 98 wird der Fernsehauftritt unserer Austausch-Teilnehmer erwähnt. Zusammen mit dem bekannten Kathak-Tänzer und Choreographen Hemant Kumar Kalita konnten unsere tanzenden Schüler in ganz Indien gesehen werden.
  • Auf Seite 101 erzählt die Austauschschülerin der Lotus Valley International School, Nikhila Kalia, von ihrem Besuch am Johannes-Turmair-Gymnasium in Straubing und über ihren Plan in Deutschland zu studieren.

Die Publikation ist auf den Seiten der Robert-Bosch-Stiftung als Download verfügbar.

Die Vorbereitungen haben begonnen – pünktlich zu Holi

Holi-Farbe
Beim Holi-Fest wird mit Farben der Beginn des Frühlings gefeiert

Pünktlich zum hinduistischen Fest der Farben, dem Holi-Fest, haben sich unsere neuen Austauschschüler getroffen um sich zum ersten Mal auf den Indienaustausch 2018 vorzubereiten und mit ihrem interkulturellen Training zu beginnen:

Durch ein Los bekamen die Turmair-Schüler Beschreibungen von Begrüßungsritualen unterschiedlicher Kulturen zugewiesen. Diese Begrüßungen führten sie anschließend stumm bei den anderen Teilnehmer durch.

Und während der typische Handschlag von den meisten als normal und eher angenehm empfunden wurde, konnte man bei mancher Umarmung oder bei einem neuseeländischen Hongi das Unbehagen der Schüler sehen und spüren. Kulturen sind unterschiedlich! Sie besitzen unterschiedliche Gebräuche, Riten und Rituale und man sollte sich nicht wundern, wenn scheinbar „normale und harmlose“ Gesten bei einer Person einer anderen Kultur Befremden hervorruft.

Assoziationen Indien
Der Beginn des interkulturellen Trainings: Wörter, die den Teilnehmern zum Begriff „Indien“ einfallen.

Wie das Rollenspiel gezeigt hat, geht es uns Deutschen da ja nicht anders. Bevor man sich also wundert, dass man in Indien als Mann nur selten einer Frau die Hand reicht, oder dass ein einfaches „Namaste“ höflicher ist als ein formaler Handschlag, sollte man sich immer an das interkulturelle Training zurückerinnern.

Wir hoffen auf eine Austausch-Förderung durch PASCH

Die ersten Austauschprojekte zwischen unserer Schule und der Lotus Valley International School in Indien wurden von der Robert-Bosch-Stiftung finanziell unterstützt. Um die sehr strengen Förderkriterien zu erfüllen haben wir stets versucht ein einmaliges, anspruchsvolles Austauschprojekt zu schaffen, das neben der reinen interkulturellen Begegnung auch einen „Forschungsauftrag“ zum Ziel hatte.

Diesen Anspruch, jedes Jahr ein neues einzigartiges Austauschmotto auszusuchen und damit ein völlig neuartiges Programm zu gestalten, haben wir, auch als die Förderung durch die Robert-Bosch-Stiftung auslief, beibehalten.

Pasch-Logo-Klein
Das Logo der PASCH-Initiative

Dieses Jahr steht der Austausch unter dem Motto „From Mittelstand to Global Players“ und soll die Unternehmensstrukturen sowohl in Indien, wie auch in Deutschland unter die Lupe nehmen. Und natürlich haben wir uns mit so einer Projektidee auch um Fördermittel beworben. 

Einen Auszug aus dem Antragtext für die Unterstützung durch die PASCH-Initiative können Sie hier herunterladen

 

Hinduismus Workshop am Johannes-Turmair-Gymnasium

An was glaubt man eigentlich, wenn man an den Hinduismus glaubt? Betet man tatsächlich Götter wie Shiva, Kali, Kṛṣṇa oder Vishnu an, vollzieht jeden Tag Yoga-Übungen und isst nur vegetarisch? Wie verhält man sich in einem Hinduistischen Tempel?

Hindu house altar
Der kleine Hausaltar, der für die Fortbildung aufgebaut wurde.

Seit die indische Betreuungslehrkraft Frau Radhika Babbar während des letzten Austausch-Projekts eine Unterrichtsstunde über die hinduistischen Religionen gehalten hat, wurde im Lehrerzimmer des Johannes-Turmair-Gymnasiums eifrig über diesen Glauben diskutiert. Vor kurzem fand daher für die Religionslehrer des JTGs ein Workshop zu eben diesem Thema statt.

Der Referent Wolfgang Pöschl begleitete nun schon zum vierten Mal die deutschen Schüler nach Indien und konnte den Religionslehrern von seinen Erfahrungen mit dem Hinduismus aus erster Hand berichten. Begriffe wie Dharma, Karma, Mukti wurden in der zweieinhalb stündigen Veranstaltung ebenso erklärt wie die Bedeutung der Bhagavad Gita oder des Ramayanas. Neben dem reinen Vortrag mit zahlreichen Bild- und Videobeispielen wurde von den Lehrern aber auch das Gayatri Mantra als Beispiel für ein hinduistisches Gebet gesungen, analysiert und am extra aufgebauten Hausaltar eine Puja durchgeführt.

Nach einer offenen Diskussionsrunde über die Unterschiede der Hinduistischen Religionen und dem Christentum und dem Rückblick auf das Austausch-Projekt „Krishna-Christus“ wurde natürlich – wie es sich für eine solche religöse Veranstaltung gehört – das zuvor geopferte Halva als Prasad verteilt.

Ergänzung: Das Johannes-Turmair-Gymnasium hat unseren Blog-Artikel leicht verändert auch auf der Homepage der Schule veröffentlicht.