Tag 2 – Der Ball ist rund

60, 60. 60! Sogar die Straßenschilder auf der Autobahn kündigen das Großereignis an! Wir fahren zum Fußballspiel TSV 1860 München gegen den VfL Bochum. Dass mit diesen Schildern der Stau angekündigt wird, der uns wegen des großen Fanandrangs erwartet stört uns noch wenig.

Ein professionelles Fußballspiel in der Allianzarena – was gibt es besseres am Muttertag? Die Schüler steigen beschwingt aus dem Bus aus und machen sich in Etappen auf, Richtung Sicherheitskontrolle. Einen besonderen Gruß möchte ich dabei an die beiden Schüler richten, die zu einem Spiel der Löwen zwei FC Bayern Sitzkissen mitgenommen haben ?. Die Sicherheitsschleuse war schnell überwunden und wir nahmen unsere Plätze im Unterrang ein. Kurz darauf stellte sich eine bis zum Schlusspfiff nicht mehr endende Prozession von deutschen und indischen Jugendlichen zum Getränke- und Essenstand ein. Es ist schon bemerkenswert, was so ein junger Mensch während eines Fußballspiels in sich hineinschaufeln kann.

Das Spiel war für einige Schüler höchst aufregend. Zwar kannte von den Indern vorher noch niemand die Löwen, aber guter Fußball wird auch in Noida gerne angeschaut.  Und es gab bisweilen eine wirklich gute Fußballatmosphäre. Immerhin gab es drei Tore und eine gelbe Karte. Auch die Fangesänge von 40300 Menschen waren nicht ohne.

Für andere war dagegen der richtige Kamerawinkel für das perfekte Instagramm-Selfie wichtiger. Die Atmosphäre hat schlussendlich doch noch alle eingeholt und kurz vor Schlusspfiff standen alle und feuerten lautstark „ihre“ Löwen an. (Bei den beiden FC Bayern Fans bin ich mir da jetzt aber nicht mehr ganz sicher).

Es half nichts. Trotz der indischen Zurufe und des multikulturellen rhythmischen Klatschens verloren die 60er 1:2. Die Stimmung war dementsprechend gedrückt, als wir zurück zum Bus gingen und schlussendlich heimwärts steuerten.

Für das Projekt war der Tag jedoch ein voller Erfolg! „Different countries – different sports“! Und welche Sportart eignet sich besser um die Sportlandschaft kennen zu lernen, als unser geliebter Fußball. Und für die 60er gilt. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel! #zamhoidn

Wer noch ein wenig mehr über das Spiel wissen möchte: Hier geht’s zur Pressekonferenz nach dem Spiel.

Tag 2 – Der Tag der Wahrheit

Als Ich und mein Indischer Freund Bhavya aufstanden war das Frühstück schon auf dem Tisch und meine Mutter und mein Vater saßen schon dort. Wir aßen das Frühstück und mussten auch schon los zur Kirche da Ich als Ministrant eingetragen war. Nach der Kirche lernte Ich ihm wichtige bayerische Wörter wie z.B. Basstscho, Oachkatzelschwoaf und andere schöne Wörter wir hatten dabei sehr viel Spaß, da es, wie es wirkte, nicht sehr leicht für ihn war.

Anschließend spielten wir eine Runde Billard die zu meinen Bedauern – da Ich verlor – nach Indien ging. Nachdem wir dann das Mittagessen (Reis mit Putenfleisch und Gemüse) verzehrt hatten und daraufhin einen Erdbeerkuchen aßen mussten wir dann auch schon los nach Straubing.

In Straubing angekommen waren die meisten schon eingetroffen und der Bus war bereit los zu fahren. In der Busfahrt vergnügte sich jeder selbstständig mit dem Handy oder Spielkarten oder redeten einfach nur mit dem Sitznachbar.

Während der Fahrt wurden wir über das weitere Vorgehen an diesem Tag und über allgemeines von Herrn Pöschl aufgeklärt. Als wir dann bei der „Schüssel“ angekommen waren wurden die Tickets für das folgende Spiel (1860 München: Vfl Bochum) von den Lehrern ausgeteilt. Jedoch war es ein langer und vom Regen geplakter Weg ins Stadion, da der Security Check und das finden von unserem Platz noch bevorstand. Im Stadion wurden dann erst mal 100-1000 Fotos geschossen und jeder verweilte bis zu Spielbeginn auf ihren Plätzen. Die Stimmung im Stadion war sehr gut dafür tragten wir aber auch bei, als Vfl Bochum das erste Tor und somit den Rückstand für die Heimmanschaft schoss.

Endstand
Der Endstand nach 90 Minuten Fußball

Nachdem 1:1 der Löwen (1860 München) war die Stimmung auf ihren Höhepunkt, die jedoch von den Gästen durch das Siegtor zum 1:2  zerstört wurde. Jedoch konnte unsere Laune nicht vermiest werden. Nach dem Spiel fuhren wir auch schon wider mit dem Bus nach Straubing wo mein Vater uns schon erwartet hatte. Zuhause angekommen aßen wir etwas und fielen dann fertig für den Tag ins Bett.

Tag 1 – Alles steht Kopf

Die Fahrt nach Hause verläuft äußerst angenehm. Ich kenne Radhika noch vom letzten Austausch und wir unterhalten uns über das Wetter (über 42 Grad in Delhi), indische und deutsche Bekannte und über die Familie. Da sie unser Haus schon kennt brauche ich sie nicht mehr herumführen, sondern wir wenden uns gleich einem üppigen Frühstück zu. Semmeln, Käse, Nutella und Kaffee. Nach einer kurzen Schlafpause geht’s zum Waldwipfelweg in St. Englmar. Immerhin muss man das gute Wetter ausnutzen und wenn wir etwas wirklich im Überfluss haben, dann ist es schöne Landschaft und frische Luft. Doch dann geht alles verkehrt. Oben ist unten und groß wird klein. Da steht nicht nur die indische Lehrerin Kopf.

Nach dem obligatorischen Eisbecher hält es Radhika aber nicht mehr aus und verlässt fluchtartig die Szenerie (vgl. Video).

Rasante Rodelfahrt

Nach der Rodelbahn besuchten wir noch eine Tanzprobe meines Mittelaltervereins, gingen griechisch Essen und fielen abends übermüdet aber glücklich ins Bett.

Tag 1 – Was für ein Zirkus

Ein Bericht von Jakob Schweiger über seinen Ersten Tag mit dem indischen Austauschpartner.

Ein Besuch bei der Zirkus Krone

Am Samstag waren wir in Zirkus Krone. Ich glaube, dass es allen sehr gut gefallen hat. Von den Indern hat man immer Beifall gehört und ein Staunen, wenn irgendein Artist irgendetwas gefährliches gemacht hat. Es hat sehr viel Spaß gemacht, Popcorn zu verschütten (ja, die waren danach wirklich überall), waghalsigen Stunts zu zusehen und sich mit den Austauschschülern aus zu tauschen, was denn das auf Hindi heißt.

Elefanten - Nicht nur in Indien
Elefanten gibt es auch in Deutschland.

Als wir die Karten gekauft hatten, hatten wir ein wenig Angst, dass unsere Freunde aus Indien meinen, dass Zirkus Krone nur ein popeliger Zirkus sei und uns für kindisch hielten. Doch ich glaube, auch die Inder waren sehr begeistert, vor allem von Crazy William und den Löwen beziehungsweise Tigern. Als uns dann um kurz vor 23 Uhr die Hände vom Klatschen weh getan haben, sind alle, egal ob deutsch oder indisch, in einen sehr tiefen Schlaf gefallen. Denn es war alles sehr aufregend und auch ein bisschen anstrengend. Aber es hat sich definitiv gelohnt!!!

Morgens um vier zum Flughafen

Es ist 4:15 Uhr, seit eineinhalb Stunden sind wir wach und haben uns aus unseren warmen Betten bis hin zum kalten Schulparkplatz gekämpft. Und nein, wir sind keine übereifrigen Lehrer, die als erste am Kopierer stehen wollen! Wir sind zwei bayerische Austauschlehrer, die eine Gruppe von Austauschschüler vom Flughafen München abholen.

Heute ist es soweit, unsere Gäste werden nach einem 8 Stunden Direktflug am Flughafen MUC landen und von uns in Empfang genommen werden. Doch bis dahin ist es noch lang: Nach der Landung muss die Gruppe erst einmal ihre Visa und eventuell noch ihre Einladung unserer Schule vorzeigen und nach Europa einreisen. Dann noch das Gepäck und die deutschen Zollmodalitäten erledigen, letzte Toilettengänge, erste Anrufe bei den Eltern in Indien. Bis eine Gruppe den Empfangsbereich eines Flughafens betritt kann es je nach Tageszeit schon mal bis zu zwei Stunden dauern. Das ist mit ein Grund, dass heute keine Schüler, sondern nur zwei übermüdete Lehrer die Gäste in München begrüßen werden. Wer weiß, wie lange wir warten müssen.

Das Gepäck wird im Reisebus verstaut und schweigend (auch unsere Gäste sind müde) geht es auf die Autobahn. Nur ab und zu hört man Gesprächsfetzen, als wieder mal ein Kirchturm zu erblicken ist; Bollywoodmusik dringt bei einigen Reisenden aus den Kopfhörern.

Doch je näher wir dem Ziel kommen, desto gesprächiger wird die Truppe. Auch die begleitenden indischen Lehrkräfte unterhalten sich lautstark und erkundigen sich nach Schule, Wetter, Familie und ….

Der Gesprächsfluss wird jäh unterbrochen , als der Bus in die Busschleife der Schule einfährt. Keiner sitzt mehr auf den Bänken und Nasen werden an den Seitenscheiben des Busses plattgedrückt. Die Eltern und die deutschen Schüler  haben sich zum Teil in Schale geworfen und heißen die Inder in Tracht, mit schwankenden Fahnen und hin und her wedelnden Plakaten willkommen.

Alle steigen aus, Hände werden geschüttelt, Verbeugungen angedeutet, Gepäck verstaut. Nach und nach lichtet sich der Parkplatz und übrig bleiben jetzt vier übermüdete indische und deutsche Austauschlehrkräfte, die sich auf ein Frühstück freuen.

Der Austausch 2017 hat begonnen.