Die Vorbereitungen haben begonnen – pünktlich zu Holi

Holi-Farbe
Beim Holi-Fest wird mit Farben der Beginn des Frühlings gefeiert

Pünktlich zum hinduistischen Fest der Farben, dem Holi-Fest, haben sich unsere neuen Austauschschüler getroffen um sich zum ersten Mal auf den Indienaustausch 2018 vorzubereiten und mit ihrem interkulturellen Training zu beginnen:

Durch ein Los bekamen die Turmair-Schüler Beschreibungen von Begrüßungsritualen unterschiedlicher Kulturen zugewiesen. Diese Begrüßungen führten sie anschließend stumm bei den anderen Teilnehmer durch.

Und während der typische Handschlag von den meisten als normal und eher angenehm empfunden wurde, konnte man bei mancher Umarmung oder bei einem neuseeländischen Hongi das Unbehagen der Schüler sehen und spüren. Kulturen sind unterschiedlich! Sie besitzen unterschiedliche Gebräuche, Riten und Rituale und man sollte sich nicht wundern, wenn scheinbar „normale und harmlose“ Gesten bei einer Person einer anderen Kultur Befremden hervorruft.

Assoziationen Indien
Der Beginn des interkulturellen Trainings: Wörter, die den Teilnehmern zum Begriff „Indien“ einfallen.

Wie das Rollenspiel gezeigt hat, geht es uns Deutschen da ja nicht anders. Bevor man sich also wundert, dass man in Indien als Mann nur selten einer Frau die Hand reicht, oder dass ein einfaches „Namaste“ höflicher ist als ein formaler Handschlag, sollte man sich immer an das interkulturelle Training zurückerinnern.

Morgens um vier zum Flughafen

Es ist 4:15 Uhr, seit eineinhalb Stunden sind wir wach und haben uns aus unseren warmen Betten bis hin zum kalten Schulparkplatz gekämpft. Und nein, wir sind keine übereifrigen Lehrer, die als erste am Kopierer stehen wollen! Wir sind zwei bayerische Austauschlehrer, die eine Gruppe von Austauschschüler vom Flughafen München abholen.

Heute ist es soweit, unsere Gäste werden nach einem 8 Stunden Direktflug am Flughafen MUC landen und von uns in Empfang genommen werden. Doch bis dahin ist es noch lang: Nach der Landung muss die Gruppe erst einmal ihre Visa und eventuell noch ihre Einladung unserer Schule vorzeigen und nach Europa einreisen. Dann noch das Gepäck und die deutschen Zollmodalitäten erledigen, letzte Toilettengänge, erste Anrufe bei den Eltern in Indien. Bis eine Gruppe den Empfangsbereich eines Flughafens betritt kann es je nach Tageszeit schon mal bis zu zwei Stunden dauern. Das ist mit ein Grund, dass heute keine Schüler, sondern nur zwei übermüdete Lehrer die Gäste in München begrüßen werden. Wer weiß, wie lange wir warten müssen.

Das Gepäck wird im Reisebus verstaut und schweigend (auch unsere Gäste sind müde) geht es auf die Autobahn. Nur ab und zu hört man Gesprächsfetzen, als wieder mal ein Kirchturm zu erblicken ist; Bollywoodmusik dringt bei einigen Reisenden aus den Kopfhörern.

Doch je näher wir dem Ziel kommen, desto gesprächiger wird die Truppe. Auch die begleitenden indischen Lehrkräfte unterhalten sich lautstark und erkundigen sich nach Schule, Wetter, Familie und ….

Der Gesprächsfluss wird jäh unterbrochen , als der Bus in die Busschleife der Schule einfährt. Keiner sitzt mehr auf den Bänken und Nasen werden an den Seitenscheiben des Busses plattgedrückt. Die Eltern und die deutschen Schüler  haben sich zum Teil in Schale geworfen und heißen die Inder in Tracht, mit schwankenden Fahnen und hin und her wedelnden Plakaten willkommen.

Alle steigen aus, Hände werden geschüttelt, Verbeugungen angedeutet, Gepäck verstaut. Nach und nach lichtet sich der Parkplatz und übrig bleiben jetzt vier übermüdete indische und deutsche Austauschlehrkräfte, die sich auf ein Frühstück freuen.

Der Austausch 2017 hat begonnen.