Wohin damit?

Gesegnete Gegenstände gibt es in Indien zuhauf: Eine Blumengirlande, die man als Prasad vom letzten Tempelbesuch mitgenommen hat. Ein Murti, dass während Diwali zu Ehren Lakshmans, Sitas und Rams aufgestellt wurde. Eine Darstellung Ganeshas, dass einem Nana für die Prüfung geschenkt hat.

Doch was macht man damit, nachdem die Gegenstände ihren Zweck erfüllt haben oder kaputt gegangen sind?

Götter unter dem Baum
Götter unter dem Baum

Scheinbar gibt es nur zwei Möglichkeiten: Behalten, egal wie unansehnlich der Prashad auch wird, oder wegwerfen. Doch dies kommt aufgrund der Segnung für viele Inder niemals infrage.

Auf heilige Weise entsorgt.
Auf heilige Weise entsorgt.

Für den pragmatischen gläubigen Inder gibt es daher noch eine dritte Option. Die Murtis, Bilder oder Opfergaben werden beim nächsten Peepal Tree abgelegt.

Der Bau an sich ist heilig und demzufolge ist eine Entsorgung an so einem Ort ebenfalls eine heilige Tat, auch wenn man den Ort nie wieder aufsucht.

Der Baum an sich gleicht mit seinen vielen Figuren und Bildern schließlich einem etwas ramponierten Altar für die ganze Götterschaf Indiens.

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Hinduismus Workshop am Johannes-Turmair-Gymnasium

An was glaubt man eigentlich, wenn man an den Hinduismus glaubt? Betet man tatsächlich Götter wie Shiva, Kali, Kṛṣṇa oder Vishnu an, vollzieht jeden Tag Yoga-Übungen und isst nur vegetarisch? Wie verhält man sich in einem Hinduistischen Tempel?

Hindu house altar
Der kleine Hausaltar, der für die Fortbildung aufgebaut wurde.

Seit die indische Betreuungslehrkraft Frau Radhika Babbar während des letzten Austausch-Projekts eine Unterrichtsstunde über die hinduistischen Religionen gehalten hat, wurde im Lehrerzimmer des Johannes-Turmair-Gymnasiums eifrig über diesen Glauben diskutiert. Vor kurzem fand daher für die Religionslehrer des JTGs ein Workshop zu eben diesem Thema statt.

Der Referent Wolfgang Pöschl begleitete nun schon zum vierten Mal die deutschen Schüler nach Indien und konnte den Religionslehrern von seinen Erfahrungen mit dem Hinduismus aus erster Hand berichten. Begriffe wie Dharma, Karma, Mukti wurden in der zweieinhalb stündigen Veranstaltung ebenso erklärt wie die Bedeutung der Bhagavad Gita oder des Ramayanas. Neben dem reinen Vortrag mit zahlreichen Bild- und Videobeispielen wurde von den Lehrern aber auch das Gayatri Mantra als Beispiel für ein hinduistisches Gebet gesungen, analysiert und am extra aufgebauten Hausaltar eine Puja durchgeführt.

Nach einer offenen Diskussionsrunde über die Unterschiede der Hinduistischen Religionen und dem Christentum und dem Rückblick auf das Austausch-Projekt “Krishna-Christus” wurde natürlich – wie es sich für eine solche religöse Veranstaltung gehört – das zuvor geopferte Halva als Prasad verteilt.

Ergänzung: Das Johannes-Turmair-Gymnasium hat unseren Blog-Artikel leicht verändert auch auf der Homepage der Schule veröffentlicht.