Es ist nirgends so schön wie daheim

14 Tage lang waren die Austauschschüler aus Noida Gäste in Straubing. In diesen Tagen arbeiteten sie gemeinsam mit ihren deutschen Partnern am Medienprojekt, wohnten in den Familien und erkundeten die bayerische Kultur. Am Samstag war es an der Zeit Abschied zu nehmen und nach Indien zurückzufliegen.

Um 5.45 Uhr morgens trafen sich die Schüler mit ihren Gasteltern in der Turmair-Busschleife. Noch ein wenig verfroren und müde standen sie wortkarg in kleinen Gruppen herum. Obwohl sie es alle wussten, wollte es wohl keiner wahrhaben, dass sie nun alle Abschied nehmen müssen.

Der Reisebus

Erst als der Bus in den Parkplatz bog dämmerte es ihnen langsam. Erst zaghaft, dann immer häufiger und fester wurden die Freunde und neuen Familienmitglieder gedrückt.

Das Einsteigen in den Bus wollte jedoch immer noch nicht klappen. Zu stark war die Freundschaft, die sich in den letzten 14 Tagen gebildet hatte. Erst durch den starken Zuspruch der Lehrer konnten alle indischen Gastschüler in den Reisebus verfrachtet werden. Viele von ihnen gaben sich beim Einsteigen keine Mühe, die Tränen aus dem Gesicht zu wischen.

Nach der Abreise

Aber auch auf der deutschen Gastgeberseite blieben die Gesichter nicht trocken und so standen viele Eltern und Schüler noch lange an der Haltestelle, als der Bus längst Richtung Flughafen abgefahren war.

Lebt wohl! Bis auf ein baldiges Wiedersehen im Oktober!

Tag 14 – Zeit für ein „Auf Wiedersehen“

Der letzte Tag in Deutschland! Alle am Austausch beteiligten Schüler, Eltern und Lehrer trefen sich noch einmal um den Deutschlandaufenthalt unser indischen Freunde würdig abzuschließen. Eigentlich ist es an der Zeit „Lebewohl“ zu sagen, aber glücklicherweise sehen sich die Schüler ja schon wieder im Oktober in Indien und daher sieht man meist nur lachende Gesichter. Nur hier und dort wird vereinzelt eine Träne weggewischt.

Die Sonne brennt noch vom Himmel, als die Familien am Karmeliten in Straubing eintreffen. Die meisten von ihnen tragen traditionelle Kleidung. Indische Kurtas? Bayerische Tracht? Diese Unterscheidung interessiert heute keinen mehr. Und nicht nur die Kleidung ist bunt durcheinander gewürfelt. Auch an den Tischen kann man die Schüler des Turmair-Gymnasiums und der Lotus Valley International School ohne jede Feste Länderaufteilung durchmischt sitzen sehen. Natürlich reden alle über den letzten gemeinsam verbrachten Nachmittag oder das Cricket Spiel am Sportgelände. Herr Pöschl, der Projektleiter auf deutscher Seite begüßt zügig alle Gäste und eröffent auch gleich das Buffet: Indisches Curry, Bayerische Semmel- und Kartoffelknödel, … sogar das Essen ist heute multikulturell!

 

Während der offiziellen Reden geht der Dank der Lehrer zunächst an die Eltern, ohne deren Geduld und Ausdauer der Austausch nicht möglich gewesen wäre. Natürlich werden aber bei der Dankesrede auch nicht die Schulleitungen und die Schüler beider Schulen ausgelassen. Letztere haben sich als wahre Repräsentanten und Botschafter ihrer Heimatländer gezeigt. Alle von Ihnen bekommen daher ein Zertifikat überreicht in dem noch einmal aufgelistet wird, an welchen Projektpunkten der jeweilige Schüler teilgenommen hat.  Den beiden indischen Lehrkräften wird passend zum Projektmotto „Verschiedene Länder – Verschiedene Sportarten“ zuletzt noch ein Pokal für ihre Schule überreicht.

Es schießt sich ein informeller Teil an, in dem ein Drehorgelspieler bekannte Deutsche Lieder zu besten gibt. Als die beiden deutschen Lehrer Frau Wiedemann und Herr Pöschl dann noch aufgefordert wurden mitzusingen war das Gelächter vorprogrammiert. Dieses Lachen war auch ein passender Schlussakkord für den Deutschlandaufenthalt unserer indischen Gäste. Morgen geht’s mit dem Flugzeug nach Hause. Heute wollen wir daran aber gar nicht denken.